Auf einen Blick
- Pascal Wehrleins Weltmeister-Fahrzeug ab sofort in der Ausstellung
- Erfolgreichster Monoposto des Unternehmens mit Technik für die Straße
- 75-jährige Motorsport-Geschichte fortgeschrieben: der 99X Electric
Als Ausstellungsstück dient das originale Weltmeister-Fahrzeug von Pascal Wehrlein aus der abgelaufenen Saison 2025/2026. Der Porsche-Werksfahrer gewann am 15. August in London seinen zweiten Fahrertitel. Er bleibt weiter der einzige deutsche Formelsport-Weltmeister seit Nico Rosberg 2016 (Formel 1; Mercedes-AMG). Neu teilt sich Wehrlein einen Rekord: Nur ihm und dem Franzosen Jean-Éric Vergne gelangen bislang je zwei Meistertitel in der Formel E. Bereits drei Wochen vor London – beim vorletzten Rennwochenende in Tokio – war Porsche zum zweiten Mal Markenweltmeister geworden.
Seine vorerst letzte Fahrt führte Wehrleins 99X per Anhänger zum Porsche Museum. In den Motorsporthallen des Weissacher Porsche-Entwicklungszentrums erfolgten die letzten Handgriffe, bevor ein Cayenne Turbo Electric den Rennwagen schulterte – ein Symbol für den Techniktransfer von der Strecke auf die Straße. So findet sich Know-how aus dem 99X auch im neusten vollelektrischen Porsche-Modell wieder, beispielsweise in Form der Öldirektkühlung der hinteren E-Maschine. Darüber hinaus können beide Fahrzeuge mit bis zu 600 kW Leistung Energie beim Bremsen zurückgewinnen.
Sonderausstellung „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“
Wie beim Saisonfinale präsentiert sich der 99X Electric auch im Museum in historischen Farben: Das Design greift die Optik verschiedener erfolgreicher Porsche-Rennfahrzeuge der 1980er-Jahre auf – eine Hommage an die 75-jährige Geschichte von Porsche im Motorsport, die 1951 mit dem werksunterstützten Porsche 356 SL und einem Klassensieg in Le Mans begann. Das Porsche Museum feiert das Jubiläum mit einer Motorsport-Sonderausstellung noch bis zum 17. Januar 2027.
Die Geschichte des Porsche 99X Electric (GEN3)
Als Porsche 2017 den Wechsel von der Langstrecke in die Formel E verkündete, bedeutete dies auch den Aufbau neuer Kompetenzen. Hybride Sportprototypen für Rennen von mindestens sechs Stunden Dauer – so lautete bis dahin die Paradedisziplin bei Porsche Motorsport. Mit einem einsitzigen vollelektrischen Rennwagen für Sprintrennen beschritt das Entwicklungsteam Neuland, und der Erfolg stellte sich erst ein mit Ankunft der dritten Formel-E-Fahrzeuggeneration (GEN3). Sie brachte erhebliche technische Fortschritte wie eine leichtere Batterie, Bremsenergierückgewinnung auch an der Vorderachse und 100 kW mehr Leistung.
Gleich in der ersten GEN3-Saison kämpfte das Werksteam bis zum Finale in London um die Titel (2022/2023). Am Ende war es aber nicht Werksfahrer Wehrlein, der Porsche den ersten Titel in der Formel E sicherte, sondern Jake Dennis vom Kundenteam Andretti. Wehrlein gelang das Kunststück erst ein Jahr später an gleicher Stelle – nach einer Rekordsaison für das damalige TAG Heuer Porsche Formel-E-Team mit sieben Siegen (2023/2024). Parallel liefen die Testfahrten mit dem weiterentwickelten GEN3, dem GEN3 Evo. Das Paket der letzten 99X-Version mit temporärem Allrad: erneut ein Titelgewinner. 2024/2025 gewann Porsche erstmals die Hersteller-WM sowie den Team-Titel.
Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport: „Der Porsche 99X Electric zählt zu den mutigsten und fortschrittlichsten Fahrzeugen, die Porsche je gebaut hat. Als die Marke 2017 ihren Einstieg verkündete, stand die Formel E noch am Anfang – die Fahrer mussten zur Rennmitte in ein zweites Fahrzeug wechseln, weil eine Batterieladung allein nicht für die gesamte Renndauer reichte. Seither hat die Serie riesige Schritte gemacht. Schritte, die wir in Weissach technologisch begleitet haben: bessere Batterietechnik, mehr Energierückgewinnung und mehr Leistung sowie Schnellladen mit 600 kW unter Extrembedingungen. Davon profitierten auch unsere Straßensportwagen. Mit dem 99X haben wir uns als Konstrukteur an die Spitze des elektrischen Motorsports gesetzt. Im Namen von Porsche Motorsport danke ich allen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie allen Partnern und Sponsoren. Sie alle haben die Geschichte von Porsche Motorsport fortgeschrieben.“
Statistiken – Porsche 99X Electric (2022–2026; GEN3 und GEN3 Evo)
- WM-Titel: 6
- Rennsiege: 23
- Pole-Positionen: 22
- Kundenteams: Andretti Formula E und CUPRA KIRO
- Meiste Fahrertitel: Pascal Wehrlein (2)
- Meiste Pole-Positionen: Pascal Wehrlein (10)
Technische Daten – Porsche 99X Electric (2024–2026; GEN3 Evo)
Antriebsleistung
- Normalbetrieb: 300 kW (408 PS)
- Attack Mode, Qualifying-Duelle: 350 kW (476 PS)
Kraftübertragung
- Normalbetrieb: Heck
- Attack Mode, Qualifying-Duelle, Rennstarts: Allrad
Beschleunigung
- 0–100 km/h: ca. 2,0 s
Energierückgewinnung
- Bis zu 600 kW Rekuperationsleistung (Bremsenergierückgewinnung)
- Ca. 50 % der Antriebsenergie pro Rennen stammen aus der Bremsenergierückgewinnung
Bremsen
- Rekuperatives Bremssystem: bis zu 250 kW elektrische Bremsleistung an der Vorderachse, bis zu 350 kW an der Hinterachse
- Zusätzl. Verzögerung durch Reibbremsen an der Vorderachse („Brake by Wire“-System)
- Bremsscheiben-Außendurchmesser vorne: 258 mm
- Reibbremsen an der Hinterachse nur im Notfall aktiv (bei Ausfall der Rekuperation)
Lithium-Ionen-Akkumulator
- Zugeliefertes Einheitsbauteil
- Nutzbare Speicherkapazität: 38,5 kWh
- Gewicht: 285 kg
CCS-Ladesystem (Combined Charging System)
- Ausgelegt für extrem schnelles Laden mit bis zu 600 kW Ladeleistung
Gewicht und Abmessungen
- Gewicht: 862 kg inkl. Fahrer
- Länge: 5016 mm
- Breite: 1700 mm
- Höhe: 1023 mm
Wesentliche Eigenentwicklungen
Pulswechselrichter, E-Motor, Getriebe, Differenzial, Antriebswellen und weitere Antriebskomponenten an der Hinterachse sowie Kühlungs-, Träger- und Aufhängungskomponenten an der Hinterachse, Betriebssoftware