Auf einen Blick
Ort
Westküste Estlands
Von Pärnu nach Jõulumäe entlang der Via Baltica
Länge
27 Kilometer
Besonderheit
Entspannte Fahrt entlang der estnischen Küste – durch einen Kiefernwald und die Natur
Ein Sonntagsausflug hatte für Kristin Lätt lange wenig mit Entspannung zu tun. Auf der Disc Golf Pro Tour quer durch die USA und Europa bedeutete der Sonntag das Finale – und den gesamten Druck, der damit einhergeht. Für Lätt, zweifache Weltmeisterin und frühere Nummer eins der Weltrangliste, folgte auf diese Anspannung immerhin oft eine ruhige Heimfahrt – nicht selten mit einer Trophäe im Gepäck.
Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze ihres Sports hat Lätt nun bewusst einen Schritt zurück gemacht. Zu ihren Erfolgen zählen der höchste jemals erreichte Rating‑Wert einer Disc‑Golferin sowie der erste Grand Slam einer Frau innerhalb einer Saison. Heute füllen andere Rollen ihren Alltag: Mutter, Markenbotschafterin, Kommentatorin. Vor allem aber bringt diese Phase etwas, das zuvor rar war – Zeit. Zeit für die Familie in ihrer estnischen Heimat, Zeit für neue Ziele und Zeit für einfache Dinge. Zum Beispiel für eine Sonntagsfahrt in ihrem vollelektrische Macan.
Mit 34 ist Lätts Begeisterung für die Natur ungebrochen – nur ist sie nicht mehr an Wettkämpfe gebunden. „Meine Fahrt führt mich immer noch zu einem Disc‑Golf‑Platz“, sagt sie. „Aber heute geht es darum, Zeit mit Freunden zu genießen, draußen zu sein.“ Ihre Route verläuft entlang der westlichen Küste Estlands, hin zum Freizeitgebiet Jõulumäe – durch einen dichten, ruhigen Kiefernwald.
Der Start liegt in Lätts Heimatort Pärnu. Von den Stränden der Stadt führt die Strecke entlang der Via Baltica in das Naturschutzgebiet Uulu‑Võiste. Anfangs noch zweispurig, verengt sich die Straße bald, sobald sie in den Wald eintaucht. Nur wenige Minuten von der Stadt und wenige Hundert Meter vom Meer entfernt entfaltet sich hier eine Atmosphäre, die entschleunigt. Hohe Kiefern schließen sich über der Straße, das Tempo sinkt ganz von selbst. Ein Abzweig Richtung Jõulumäe führt schließlich zu einem Zentrum, das ganzjährig Sport und Erholung bietet.
Eine kurze, landschaftlich reizvolle Strecke – und eine, die Lätt seit ihrer Kindheit kennt. „Ich habe dort viel Zeit verbracht“, erzählt sie. „Man kann unzählige Sportarten ausüben. Lange habe ich dort Langlauf gemacht. Es ist ein Ort, an dem ich aufblühe.“ Der Abstand zum Profisport habe ihre Wahrnehmung verändert. „Ich habe mit Beach-Tennis angefangen – im Winter sogar drinnen. Wir alle brauchen Zeit, um spielerisch zu sein. Allein oder mit Familie und Freunden. Ohne das wird das Leben schnell eintönig.“
Diese Haltung prägt auch ihren Blick auf das Autofahren. „Ich war lange sehr pragmatisch“, sagt Lätt. „Ein Auto brachte mich von A nach B – wie, war zweitrangig.“ Das habe sich geändert. Die Zeit im Macan sei heute bewusst erlebte Zeit. Komfort, Ruhe, Qualität. „Wenn man die Möglichkeit hat, es angenehmer und schöner zu machen – warum nicht?“ Als ihre Karriere ihr erstmals das Fahren eines Porsche ermöglichte, sei der Schritt zurück schwergefallen.
Mit weniger Reisen zu internationalen Turnieren hat das Fahren eine neue Bedeutung bekommen. „Ich genieße es anders“, sagt Lätt. „Es ist Zeit für mich – mit Musik, Podcasts oder einfach Stille.“ Der elektrische Antrieb passe perfekt dazu. „Er ist so leise, dass man sich auf dem Land viel stärker mit der Umgebung verbunden fühlt.“
Für Kristin Lätt geht es heute nicht mehr um das Ziel – und auch nicht mehr um den Sport, der ihr Leben so lange bestimmt hat. „In meinen Porsche zu steigen, erinnert mich daran, wie weit ich gekommen bin“, sagt sie. „Viele meiner Träume sind in Erfüllung gegangen – einen Porsche zu besitzen, ist einer davon.“ Ihre Karriere sei eine außergewöhnliche Reise gewesen. „Und im Moment genieße ich es, innezuhalten und darauf zurückzublicken.“