Auf einen Blick
- Die polnische Rallye-Legende Sobiesław Zasada kehrt 59 Jahre nach seinem Sieg beim Gran Premio Internacional de Turismo 1967 nach Argentinien zurück.
- Der heute 96-Jährige nimmt als Co-Pilot in einem Porsche 911 Dakar am XXIII Gran Premio Argentino Histórico teil.
- Im Laufe seiner Karriere gewann Zasada 148 Rallyes auf fünf Kontinenten, startete in mehr als 40 Ländern und legte am Steuer fast drei Millionen Kilometer zurück.
Mit 96 Jahren kehrte Sobiesław Zasada als Ehrengast des XXIII Gran Premio Argentino Histórico nach Argentinien zurück. Die traditionsreiche Rallye erinnert an die großen Zeiten des argentinischen Straßenrennsports. Fast 60 Jahre nach seinem Triumph stellte sich Zasada den anspruchsvollen Strecken noch einmal – diesmal als Beifahrer in einem Porsche 911 Dakar. Dessen Sonderlackierung erinnerte an den Porsche 911, mit dem Zasada 1967 den Sieg errang, inklusive der damaligen Startnummer 405.
Der 1930 in Polen geborene Zasada gilt bis heute als erfolgreichster Rallyefahrer seines Landes. Er gewann dreimal die Rallye-Europameisterschaft und sicherte sich acht nationale Meistertitel. Darüber hinaus machte er sich als Leichtathlet, Unternehmer und Autor einen Namen. Nachdem eine Schulterverletzung seine Hoffnungen auf eine Teilnahme am Speerwurf-Wettbewerb der Olympischen Spiele 1952 in Helsinki zunichtegemacht hatte, begann er noch im selben Jahr seine Karriere im Motorsport.
Der historische Triumph
Im Oktober 1967 reiste Sobiesław Zasada nach Argentinien, um am mehr als 3.000 Kilometer langen Gran Premio Internacional de Turismo teilzunehmen. Die Strecke führte durch Gebirge, Wüsten und überflutete Ebenen und galt als eine der härtesten Rallyes ihrer Zeit. Mit seinem roten Porsche 911, den er „Porschito“ nannte und der das Krakauer Kennzeichen „25-15-KR“ trug, setzte er sich gegen ein Teilnehmerfeld von nahezu 400 Fahrzeugen durch, darunter zahlreiche werksunterstützte Konkurrenten.
Zasada und sein Beifahrer, der Ingenieur Jerzy Dobrzański, profitierten von einer für damalige Verhältnisse außergewöhnlich modernen Ausstattung ihres Porsche. Dazu gehörte unter anderem eine Gegensprechanlage zwischen Fahrer und Beifahrer, die bei einem argentinischen Wettbewerb zuvor noch nie eingesetzt worden war. Mit hohem Tempo und konstanter Leistung sicherte sich das Duo sowohl den Klassensieg in der Klasse C als auch den Gesamtsieg.
Der Erfolg markierte zugleich einen wichtigen Meilenstein in der internationalen Rallyegeschichte des Porsche 911. Ein Jahr später trat Zasada gemeinsam mit Marek Wachowski für das Porsche-Werksteam beim London–Sydney Marathon an. Nach einer mehr als 16.000 Kilometer langen Strecke gewannen sie die Australien-Wertung und belegten im Gesamtklassement den vierten Platz.
Eine Hommage nach 59 Jahren
„Sobiesławs Rückkehr ist eine Würdigung dessen, wofür Porsche seit jeher steht: Leidenschaft, die Generationen überdauert, und ein Abenteuergeist, der nie vergeht“, sagt Hugo Pulenta, Präsident von Nordenwagen S.A., dem offiziellen Porsche-Importeur und -Vertriebspartner für Argentinien und Uruguay.
Zur Erinnerung an Zasadas Rückkehr und seinen Sieg von 1967 wurde während des Besuchs eine Nachbildung seines „Porschito“ präsentiert. Gemeinsam mit der Sonderlackierung des modernen Porsche 911 Dakar erinnerte sie an jenes Fahrzeug, mit dem der Pole vor fast 60 Jahren Motorsportgeschichte in Argentinien schrieb.
„Fast 60 Jahre nach seinem großen Triumph haben weder seine Begeisterung für Porsche noch sein außergewöhnlicher Tatendrang an Kraft verloren“, sagt Gustavo Gioia, General Manager von Porsche Argentinien und Uruguay.
Für Zasada selbst hat die Faszination der argentinischen Straßen bis heute nichts eingebüßt: „Das Rennen liegt 59 Jahre zurück“, sagt er mit einem Lächeln. „Und wenn es heute noch genauso wäre wie damals, würde ich sofort wieder an den Start gehen – auch mit meinen 96 Jahren.“