Porsche-Heimerfolg in Berlin: Nico Müller feiert ersten Formel-E-Karrieresieg

Nico Müller holte im Samstagsrennen des Berlin E-Prix seinen ersten Sieg in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. Damit bescherte er dem Porsche Formel-E-Team einen Heimerfolg. Teamkollege Pascal Wehrlein beendete das Rennen in der deutschen Hauptstadt nach einem Reifenschaden auf dem 19. Platz.

Jake Dennis vom Porsche-Kundenteam Andretti Formula E belegte den fünften Platz, Pepe Martí kam für Cupra Kiro als Siebter ins Ziel. Damit landeten drei Porsche in den Top Ten.

Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof startete Müller von Platz 6 in das 39 Runden lange Pit-Boost-Rennen – er positionierte sich zunächst im Mittelfeld. Nach seinem Pflichtboxenstopp nutzte er seinen Energievorteil gegenüber den Konkurrenten und arbeitete sich im hocheffizienten Porsche 99X Electric nach vorne. Als erster Fahrer aus der Spitzengruppe aktivierte er seinen Attack Mode, übernahm die Führung und setzte sich in der Folge ab. Im Ziel betrug sein Vorsprung knapp fünf Sekunden.

Porsche 99X Electric (#51), Nico Müller, Porsche Formel-E-Team, Berlin E-Prix, 2026, Porsche AG
Nico Müller

Dank Müllers Premierensieg in der Formel E behauptet Porsche die Führung in der Team- und Herstellerwertung. Pascal Wehrlein blieb erstmals in dieser Saison ohne Punkte. Der amtierende Weltmeister war in Berlin von der ersten Startreihe ins Rennen gegangen. Ein Reifenschaden im Rennverlauf warf ihn jedoch ans Ende des Feldes zurück und kostete ihn die Spitzenposition in der Fahrerwertung.

Rückkehr der „Sau“-Livery

Beim Berlin E-Prix gehen die beiden werkseigenen Porsche 99X Electric in der legendären „Sau“-Livery an den Start. Mit dieser besonderen Lackierung setzt Porsche ein visuelles Highlight und bringt als Dank an die Fans einen Publikumsliebling zurück auf die Strecke. Seinen Ursprung hat das Design im Jahr 1971, als der Porsche 917/20 bei den 24 Stunden von Le Mans erstmals im „Pink Pig“-Look antrat. Ein zweiter Auftritt folgte 2018 – ebenfalls in Le Mans: Michael Christensen, Kévin Estre und Laurens Vanthoor feierten am Steuer des Porsche 911 RSR den Sieg in der GTE-Pro-Kategorie. Das siegreiche Fahrzeug ist in Berlin vor Ort und bietet den Fans die Möglichkeit, es aus nächster Nähe zu erleben.

Porsche 99X Electric (#51), Porsche 911 RSR, Berlin E-Prix, 2026, Porsche AG

75 Jahre Porsche Motorsport vor vollen Tribünen

Das erste der beiden Rennen in Berlin fand vor ausverkauften Tribünen statt. Im Rahmen des Heimrennens feiert Porsche seine 75-jährige Motorsportgeschichte. Über das Wochenende hinweg ist eine Ausstellung historischer Rennfahrzeuge zu betrachten, darunter Modelle wie der Porsche 550 Spyder und der Porsche 917. An beiden Renntagen absolvieren ausgewählte Fahrzeuge Paraderunden auf der Strecke. Zu den Porsche-Gästen am Samstag zählten unter anderem der ehemalige Formel-1-Fahrer Mark Webber sowie „Tatort“-Schauspieler Richy Müller.

Racing for Charity

Unter dem Motto „Racing for Charity“ setzt die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG in der aktuellen Formel-E-Saison ein starkes gesellschaftliches Zeichen und unterstützt weltweit schwerkranke Kinder. Für jede Rennrunde der beiden werkseigenen Porsche 99X Electric spendet der Stuttgarter Sportwagenhersteller 400 Euro an die gemeinnützigen Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und die Ferry-Porsche-Stiftung.

Anlässlich des Berlin E-Prix schließt sich die Formel E dem guten Zweck an: Im Rahmen ihres „Better Futures Fund“ tätigt sie eine ergänzende Spende in Höhe von 25.000 Euro. Mit dem Förderprogramm stärkt die vollelektrische Weltmeisterschaft wohltätige Organisationen und Projekte in den Austragungsländern der Rennen.

Nachdem Pascal Wehrlein und Nico Müller auch beim siebten Saisonrennen in Berlin die maximale Anzahl an Runden absolvierten, steht der Spendenbetrag bei 211.400 Euro.

Stimmen zum Berlin E-Prix

Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E: „Ein unglaublicher Auftakt hier in Berlin bei unserem Heimrennen, bei dem wir 75 Jahre Porsche Motorsport feiern. Nicos erster Sieg mit dem Werksteam und in der Formel E ist etwas ganz Besonderes. Das gesamte Team hat die Strategie perfekt umgesetzt, und Nico ist ein sehr starkes Rennen gefahren – speziell im Umgang mit den Reifen. Auf der anderen Seite hatte Pascal leider einen Reifenschaden. Morgen greifen wir wieder an, um hoffentlich mit beiden Autos viele Punkte zu holen. Die Unterstützung für uns war überragend – von den Fans, von Freunden und Familien unserer Teammitglieder und von den Kolleginnen und Kollegen im Werk. Vielen Dank an alle für den Support! Mein besonderer Dank gilt heute aber dem Team: Alle haben in einem sehr komplexen Rennen eine perfekte Arbeit geleistet.“

Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E, Berlin E-Prix, 2026, Porsche AG
Florian Modlinger

Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94): „Das war nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten. Wir sind mit Platz 2 im Qualifying gut gestartet, und auch im Rennen war unsere Strategie richtig, zu Beginn Energie zu sparen. Kurz vor dem Pit Boost hatte ich dann leider eine leichte Berührung, bei der das Ventil an der Felge beschädigt wurde, was zum Reifenschaden geführt hat. Damit war mein Rennen im Grunde gelaufen. Entscheidend ist aber, dass wir heute schnell waren. Glückwunsch an Nico! Wir waren strategisch auf einem ähnlichen Ansatz unterwegs, das war also definitiv die richtige Richtung. Manchmal hat man einfach Pech.“

Pascal Wehrlein, Porsche Formel-E-Team, Berlin E-Prix, 2026, Porsche AG
Pascal Wehrlein

Nico Müller, Porsche-Werksfahrer (#51): „Ich bin unglaublich erleichtert und extrem dankbar für diesen Sieg. So richtig begriffen habe ich das Ganze noch nicht – gerade an so einem besonderen Wochenende. Hier in Berlin möchte man die Fans stolz machen und auch die Geschichte der ‚Pink Pig‘-Livery weiterschreiben. Dass uns das heute auf diese Weise gelungen ist, macht mich sehr stolz. Für Porsche zu fahren, ist ohnehin ein großer Schritt in meiner Karriere. Und dann im 69. Rennen ausgerechnet hier in Berlin zu gewinnen – im Jahr des 75-jährigen Motorsportjubiläums – ist etwas ganz Besonderes. Danke für die großartige Unterstützung.“

Nico Müller, Porsche Formel-E-Team, Berlin E-Prix, 2026, Porsche AG
Nico Müller

ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft – Punktestände nach 7 von 17 Rennen

Fahrerwertung
1. Edoardo Mortara (SUI), 87 Punkte – Mahindra M12Electro
2.⁠ Pascal Wehrlein (GER)⁠, 83 Punkte – Porsche 99X Electric
3.⁠ ⁠Nico Müller (SUI), 75 Punkte – Porsche 99X Electric
8. Jake Dennis (GBR), 58 Punkte – Porsche 99X Electric
10. Pepe Martí (ESP), 25 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
11. Dan Ticktum (GBR), 22 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
19.⁠ ⁠Felipe Drugovich (BRA), 0 Punkte – Porsche 99X Electric

Teamwertung
1. Porsche Formul-E-Team (GER), 158 Punkte
2. Jaguar TCS Racing (GBR), 138 Punkte
3. Mahindra Racing (IND), 101 Punkte
7. Andretti Formula E (USA), 58 Punkte
8. CUPRA KIRO (USA), 47 Punkte

Herstellerwertung
1.⁠ ⁠Porsche, 205 Punkte
2. Jaguar, 177 Punkte
3. Stellantis, 117 Punkte

Die offiziellen Punktestände finden sich auf den Seiten der Formel E.

So geht’s weiter

Das achte Saisonrennen findet am 3. Mai für das Porsche Formel-E-Team erneut vor heimischer Kulisse in Berlin statt.

Porsche in der Formel E

Als aktueller Team- und Herstellerweltmeister bestreitet Porsche 2025/2026 seine siebte Formel-E-Saison. Neben dem werkseigenen Porsche Formel-E-Team startet das US-Kundenteam Andretti Formula E mit dem hocheffizienten Porsche 99X Electric der neusten Generation GEN3 Evo. Mit Cupra Kiro nimmt ein zweites Porsche-Kundenteam teil und setzt dabei auf 99X-Technik der Vorgängergeneration GEN3. In der Formel E gewinnt die Marke wertvolle Erkenntnisse für ihre Seriensportwagen.

Weitere Artikel

Verbrauchsangaben

  • 911 GT3 mit Touring-Paket (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,8 – 13,7 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 312 – 310 g/km; CO₂-Klasse: G
  • Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket (WLTP)*: Stromverbrauch kombiniert: 20,8 – 20,7 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse: A