Unter dem Titel «Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport» würdigt das Porsche Museum das Jubiläum mit einer umfassenden Sonderausstellung in Stuttgart. Im Rahmen dessen wird auch in der Schweiz ein Teil dieser Motorsportgeschichte erlebbar: Elf Fahrzeuge aus der Sammlung des Porsche Museums sind im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ausgestellt. Das über mehrere Geschosse reichende Fahrzeugregal bildet das Herzstück der Halle Strassenverkehr. Dort fügen sich die Porsche Rennfahrzeuge in die Inszenierung ein und öffnen den Blick auf einzelne Kapitel aus 75 Jahren Motorsport.
Elf Fahrzeuge aus sechs Jahrzehnten
Wer vor dem Fahrzeugregal im Luzerner Autotheater steht, begegnet aber nicht einfach elf Exponaten aus unterschiedlichen Jahrzehnten - und auch keiner lückenlosen Chronik. Die Fahrzeuge stehen vielmehr stellvertretend für unterschiedliche Epochen und Ausprägungen des Porsche Motorsports. Die Auswahl reicht vom 911 Carrera RSR 3.0 aus dem Jahre 1974 über Fahrzeuge aus dem amerikanischen Rennsport, wie dem 2708 CART (1989), bis hin zu modernen Klassikern wie dem Porsche 911 GT3 R Manthey (2018). Ein begleitender Film zeigt zusätzlich, wie Porsche den Motorsport immer wieder genutzt hat, um neue Wege zu beschreiten und technische Grenzen auszuloten.
Das älteste der ausgestellten Fahrzeuge in der Luzerner Auswahl ist ein Porsche 718 Formel 2 aus dem Jahr 1960. Mit dem leichten Monoposto gewann Porsche die «Coupe des Constructeurs», die Marken-Weltmeisterschaft der damaligen Formel 2. Der 718 verweist damit auf eine frühe Phase, in der Porsche sein Motorsportengagement erweiterte und den Weg für zahlreiche spätere Erfolge mitprägte.
Eine besondere Verbindung zur Schweiz schafft der ausgestellte Porsche 919 Hybrid. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2016 fuhr der in Rorschach geborene Neel Jani den Schlussstint in einem 919 Hybrid. Gemeinsam mit Romain Dumas und Marc Lieb errang er den 18. Le-Mans-Gesamtsieg von Porsche. Im selben Jahr gewann das Fahrertrio auch den Titel in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft und sorgt damit für eines der bedeutenderen Kapitel der jüngeren Porsche-Motorsportgeschichte.
Die Reise durch die ausgestellten Fahrzeuge endet jedoch nicht in Le Mans. Der 911 GT3 R von Manthey Racing unterstreicht die Bedeutung des GT- und Kundensports sowie die enge Partnerschaft zwischen Porsche und dem Team aus Meuspath. Mit der Startnummer 912 gewann das Fahrzeug 2018 das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und holte damit den zwölften Porsche-Gesamtsieg in der Eifel. Die Lackierung des ausgestellten «Greeno» unterscheidet sich von jener seines Schwesterfahrzeugs «Grello» durch einen höheren Grünanteil innerhalb des ikonischen gelb-grünen Designs.
Per Lift aus dem Regal auf die Bühne
Drei der ausgestellten Fahrzeuge lassen sich besonders eindrücklich erleben: Der Boxster Bergspyder, der 919 Hybrid und der 911 GT3 R von Manthey Racing können mithilfe des Fahrzeuglifts aus dem Regal geholt und auf der Präsentationsfläche direkt vor das Publikum gebracht werden. Für einen Moment lösen sie sich aus der mehrgeschossigen Fahrzeugwand und stehen fast in Griffweite, sodass man ihre Linien, Proportionen und technischen Details unmittelbar erfassen kann. Bei seiner Eröffnung 2009 galt das Konzept des «Museums on demand», bei dem ausgewählte Fahrzeuge per Lift auf einer Drehbühne präsentiert werden können, als weltweit einmalig.
Vervollständigt wird die Ausstellung durch einen Porsche 944 «SCCA» (1985), einen 911 GT3 RS (2002), einen RS Spyder (2006) und einen 911 GT3 R Hybrid (2010), der früh zeigte, wie Porsche Effizienz und Performance im Rennsport miteinander verbindet. So wird «Raceborn» in Luzern nicht einfach nur zu einer Rückschau auf 75 Jahre Porsche Motorsport: Die Ausstellung zeigt, wie eng Rennsport, technische Entwicklung und Markenidentität bei Porsche bis heute miteinander verbunden sind.
Hinweis zur Ausstellung
Die elf Fahrzeuge aus der Sammlung des Porsche Museums sind bis Anfang 2027 im Autotheater des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern zu sehen. Die Präsentation ist während der regulären Öffnungszeiten des Museums zugänglich. Wer hautnah in die vergangenen 75 Jahre des Porsche Motorsport eintauchen will und die ausgestellten Fahrzeuge aus nächster Nähe erleben möchte, findet alle Informationen zu Öffnungszeiten und Tickets auf der Website des Verkehrshauses.